Gute Ernte auch in unserem Landkreis – Landwirtschaft braucht Unterstützung aus Politik und Gesellschaft!

Veröffentlicht am 06.09.2016 in Arbeit & Wirtschaft

Im Gespräch (v.l.n.r.): Marion Rosin (MdL) und Jürgen Uting (Bauernverbandschef).

Rudolstadt. Die SPD-Abgeordnete Marion Rosin will in den kommenden Wochen die landwirtschaftlichen Betriebe des Landkreises besuchen und sich über deren Sorgen und Nöte informieren. Zum Auftakt ihrer Kreisbereisung traf sie sich mit Bauernverbandschef Jürgen Uting in Rudolstadt. Bereits für den Verbleib der Berufsschulausbildung für Pferdewirte am Standort Rudolstadt machte sich die SPD-Politikerin stark.

Ein großes Problem für die Landwirtschaft sind die niedrigen Erzeugerpreise, die im Vergleich zum Vorjahr um acht bis 18 Prozent pro Tonne gesunken sind. So bereiten auch die aktuellen Milchpreise große Sorgen. Zwar bekommen die Betriebe von staatlicher Seite aus eine Förderung von 80 Mio. Euro im Jahr, für jede einzelne Kuh sind dies jedoch nur 12 Euro. „Angesichts dessen, dass jede Kuh aktuelle mehr als 1.500 Euro Verlust p.a. verursacht, ist diese Förderung bei weitem nicht ausreichend. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis viele Betriebe schließen müssen“ so Jürgen Uting. Stückweise versuchen die Landwirte, Teile der Produktion in Richtung Bio-Produktion auszugliedern, um diese Verluste aufzufangen. Allerdings sind diese Produkte noch schlechter zu verkaufen, „da keiner die dafür erhöhten Preise bezahlen will.“

Darüber hinaus muss sich die Politik darum bemühen, der Landwirtschaft ein besseres Image zu verleihen. Viele Betriebe haben akute Nachwuchsprobleme, vor allem in der Führungsebene: „In der Wendezeit übernommen, stehen die Leiter nun vor dem Ruhestand und verfügen oftmals über keine geeigneten Nachfolger“ wie Jürgen Uting erklärte. „Das Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit steht im Gegensatz zum enormen Wert dieser für die Gesellschaft. Die Produktion von Nahrungsmitteln garantiert deren Fortbestand und wäre ohne Spezialausbildungen nicht so produktiv, wie sie ist. Daher ist es nur schwer verständlich, dass die Leistung nur schlecht entlohnt und gewürdigt wird. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind in unseren Dörfern wichtige Eckpfeiler auch für das Gemeinwohl", so die SPD-Landtagsabgeordnete Marion Rosin.

In diesem Jahr haben die Thüringer Bauern mit einem Durchschnittsertrag von 80 Dezitonnen je Hektar eine besonders gute und im Bundesvergleich überdurchschnittliche Getreideernte eingefahren. Die bewirtschaftete Fläche hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf rund 33.000 Hektar verdoppelt. Die SPD-Politikerin will sich daher auch mit dafür einsetzen, „dass Image der Landwirtschaft zu verbessern.“ Dies beginne schon bei der ungenauen Darstellung der hiesigen Landwirtschaft in unseren Schulbüchern. Auch Projekte wie „Vom Getreidekorn zum Brot“ der Agrargenossenschaft Kamsdorf, in Zusammenarbeit mit der Nestler-Mühle, „müssen viel stärker gefördert und unterstützt werden. Der Wert von Lebensmitteln ist zu hoch, um an dieser Stelle zu sparen", resümiert die Abgeordnete den Termin beim Bauernverband des Landkreises.

 

Homepage Marion Rosin

Suchen

Shariff

Aktuelle-Artikel